Ein Beitrag von Navelbrush

Bericht Schulausschuss StädteRegion Aachen, 21.09.2017

Am 21.09.2017 tagte der städteregionale Schulausschuss. Hier ist mein Bericht.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da. Einwohnerfragen gab es keine.


Berufskolleg für Gestaltung und Technik der StädteRegion Aachen – Vorstellung der Doppelqualifikation und der Zusatzqualifikation im dualen System – 2017/0348

Das Berufskolleg für Gestaltung und Technik (Webseite) bietet eine Doppelqualifikation an: Berufsabschluss und gleichzeitig das Erreichen der Fachhoch- bzw. Fachoberschulreife.

Diese Doppelqualifikation soll dazu dienen, die Absolventen über das Maß einer beruflichen Qualifikation hinaus weiterzubilden. Das muss jetzt nicht unbedingt dazu führen, dass die jungen Menschen im Anschluss eine Fachhochschule besuchen wollen oder müssen, aber es erweitert ihre Kompetenzen stark. Außerdem besteht die Möglichkeit, CISCO- oder Microsoft-Zertifikate sowie weitere Sprachabschlüsse zu erhalten. Sehr interessant fand ich den Ansatz, Physik über den Bau einer Ukulele und die Programmierung eines digitalen Stimmgeräts zu vermitteln.

Leider sperren sich noch kleinere Ausbildungsbetriebe etwas dagegen, ihre Auszubildenden über den normalen Rahmen hinaus in die Schule zu schicken, da die in dieser Zeit natürlich nicht im Betrieb zur Verfügung stehen. Ich hoffe aber, dass auch diese Betriebe dieses Angebot als Chance begreifen.

Auch das restliche Angebot des Berufskollegs ist beeindruckend. Ich habe den Vortrag zustimmend zur Kenntnis genommen.

Übrigens: Die Abschlüsse an den Berufskollegs stehen natürlich den Abschlüssen an den gängigen weiterführenden Schulsystemen in nichts nach. Wer also nicht unbedingt an übervollen Gymnasien lernen will, der sollte sich einmal über das BK-Angebot informieren.

Das Bildungsportal des Landes NRW bietet dafür einen guten Einstieg.


Schulsozialarbeit in den Internationalen Förderklassen und in den FFM-Klassen an den Berufskollegs der StädteRegion Aachen – 2017/0347

Die Planungen über den Einsatz von Schulsozialarbeitern an den Berufskollegs und der Astrid-Lindgren-Schule habe ich zustimmend zur Kenntnis genommen. Leider war der Anhang zum Zeitpunkt der Sitzung noch nicht im Ratsinformationssystem verlinkt.

Und ich finde es sehr bedauernswert, dass wir uns in diesem wichtigen sozialen Bereich immer noch um Viertel-Stellen Gedanken machen müssen.


Digitalisierungskonzept im Rahmen von „Gute Schule 2020“ für die 19 Schulen der StädteRegion Aachen – 2017/0342

Wieder einmal führte es zu Unverständnis, dass der Pirat nicht für eine unbedingte Digitalisierung der Schulen mit der Gießkanne eintritt.

Was nützt es, wenn wir die Schulen mit modernster Technik vollpumpen, die Pädagogen diese Technik aber noch gar nicht in ihr Unterrichtskonzept einbinden können? Ich unterstütze deshalb das Primat „Technik folgt Pädagogik“.

Die Investition in eine ordentliche Netzanbindung und WLAN-Ausleuchtung der Schulen ist wichtig und durchaus auch jetzt schon sinnvoll. Wenn die Pädagogen die moderne mediale Bildung aus ihrem Studium mitbringen (also in 5-10 Jahren), ist diese Glasfaser-Infrastruktur immer noch fähig, hohen Ansprüchen zu genügen.

Auf meine Frage, warum denn in der Verwaltung eine zusätzliche Stelle dauerhaft für die Koordination eingeplant ist (also über das Projekt „Gute Schule 2020“ hinaus), bestätigte die Verwaltung, dass Digitalisierung der Schulen ein „Dekadenprojekt“ sei und sich auch über das Förderprojekt hinaus nur mit weiteren Kräften zu bewerkstelligen ist. Sie kündigte an, dass da durchaus der Bedarf von noch mehr Personal ansteht (z.B. im Gebäudemanagement).


Euregionales Medienzentrum der Stadt und der StädteRegion Aachen unter Beteiligung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens – Neue öffentlich-rechtliche Vereinbarung – 2017/0357

Die Leiterin des Medienzentrums präsentierte sowohl Angebot als auch Aufgaben des Medienzentrums. Eine Diskussion spannte sich um das Thema „Medienbildung im Vorschulalter“, deren Sinnhaftigkeit teilweise angezweifelt wurde.

Natürlich ist es meiner Meinung nach auch in sehr jungen Jahren schon wichtig, den Umgang mit modernen Medien kontrolliert vermittelt zu bekommen. Die Lütten sehen in ihrem Umfeld, wie die Erwachsenen mit ihren Smartphones und Tablets umgehen, und selbstverständlich wollen sie das ebenfalls zumindest nachahmen. Das sollte von kompetenten Betreuern kanalisiert werden.

Das Medienzentrum bietet eine Fülle an Terminen, u.a. ein sogenanntes Mediencafe an, in dem sich Pädagogen mit Fachleuten über Möglichkeiten der digitalen Bildung informieren und austauschen können.

Inhalt der Beschlussvorlage war eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, der ich zugestimmt habe.


Weiterbildungskolleg der StädteRegion Aachen – Abendgymnasium und Kolleg; Entwicklung der Anmeldezahlen und Busanbindung Würselen-Aachen, Antrag der SPD-Städteregionstagsfraktion vom 20.06.2017 – 2017/0327

Vorab: Meinen Frieden mit der Zusammenlegung von Euregio-Kolleg und Aachener Abendgymnasium habe ich noch nicht gemacht. Und ich gebe immer wieder gerne zu bedenken, dass auch die Aachener Abendrealschule in 2021/2022 in das Konzept „Weiterbildungskolleg“ aufgenommen werden soll. Schauen wir mal, ob es dann im Schulausschuss noch einen Mahner geben wird…

Zwei Vertreterinnen vom ehemaligen Euregio-Kolleg und dem ehemaligen Abendgymnasium legten sehr ausführlich dar, wie die Zusammenlegung bisher funktioniert hat und wie der Unterrichtsbetrieb sich aktuell gestaltet. Mittlerweile läuft es wohl gut, nach anfänglichen Irritiationen zur Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter.

Es wundert mich doch etwas, dass „technisch bedingt“ immer noch keine Teilnehmerzahlen des laufenden Schuljahres zur Verfügung stehen.

Und ich war im Vorfeld der Sitzung stark irritiert, dass der zusätzlich eingerichtete Fahrplan der Buslinie „WÜ1“ um 22:03 Uhr vor der Tür startet, wobei das Unterrichtsende um 22 Uhr wäre. Allerdings hat das Weiterbildungskolleg darauf reagiert und die Unterrichtszeiten angepasst, so dass alle Teilnehmer diesen Bus erreichen können. Nun ja, immerhin etwas.

Es war eine Kenntnisnahme, die ich so zustimmend angenommen habe.


Mitteilungen der Verwaltung

Es gab eine kurze Diskussion zu einem Fall, in dem Eltern ihr Kind an einer Schule in den Niederlanden unterrichten lassen wollten, was jedoch das Schulamt der StädteRegion ablehnte. Die Verwaltung erklärte im öffentlichen, wie auch im nicht-öffentlichen Teil nachvollziehbar, warum es zu dieser Ablehnung kam.

In weiten Teilen kann ich die grundsätzliche Haltung der Verwaltung zur Prüfung von Beschulungswünschen im Ausland nicht übernehmen. Wenn Kinder durch fremdsprachigen Unterricht keine Deutschkenntnisse erlangen (möchten), dann ist das nicht das Problem falscher Beschulung sondern mangelhafter Integrationspolitik.

In diesem speziellen Fall jedoch kann ich die Ablehnung der Verwaltung nachvollziehen und bestätigen. Die mediale Berichterstattung zu diesem Fall war stark verkürzt und dementsprechend ungenau.