Aachener Piraten fordern klare Stellungnahme der ASEAG zur Benutzung des E-Tickets

Die Aachener Medien berichten aktuell umfassend zum E-Ticket der ASEAG, einschließlich der Stellungnahmen verschiedener Akteure. Diese Stellungnahmen sind teilweise widersprüchlich und realitätsfern, so dass die Aachener Piraten ihre Kritik am E-Ticket aufrecht erhalten.
Der ASEAG-Geschäftsführer Herr Carmincke ließ Ende 2017 in einem Interview verlauten, dass es keine Pflicht gäbe, das E-Ticket zum Fahrtantritt zu scannen. Das E-Ticket selber ist ein gültiger Fahrausweis. Demgegenüber haben uns verschiedene Aachener Menschen berichtet, dass sie von ASEAG-Kontrolleuren entweder nicht in den Bus gelassen bzw. als Schwarzfahrer beschuldigt wurden, weil sie ihr E-Ticket nicht scannen wollten. Sowohl im Hinblick auf die Aussage des ASEAG-Geschäftsführers als auch auf die fehlende Notwendigkeit, eine Zeitkarte bei jeder Fahrt auf ihre Gültigkeit prüfen zu müssen, ist dieses Verhalten der ASEAG-Kontrolleure inakzeptabel.
Desweiteren bleiben die Piraten bei ihrer Aussage, dass die ASEAG das Gesetz von Datensparsamkeit und Datensicherheit im Umgang mit Kundendaten sträflich missachtet. Geschlecht und Geburtsdatum sind personenbezogene Daten, die für die Prüfung einer gültigen Fahrerlaubnis belanglos sind. Dass diese Daten neben den vergangenen Fahrten zusätzlich unverschlüsselt auf dem E-Ticket gespeichert sind und jeder Mensch mit einem handelsüblichen Smartphone diese Daten auslesen kann, ist weit von einem sensiblen Umgang mit Kundendaten entfernt. Darüber hinaus hält die ASEAG bis heute an ihrer Behauptung fest, dass nur die Mitarbeiter im Kundencenter die E-Tickets auslesen können.
“Der Vorschlag, das E-Ticket mit einer entsprechenden Hülle vor unerlaubtem Datenauslesen zu schützen, kann in diesem Zusammenhang nur ein schlechter Scherz sein. Die ASEAG nimmt damit ihre Kunden in die Pflicht, selber für Datensicherheit zu sorgen, statt sich an das geltende Bundesdatenschutzgesetz zu halten”, so Matthias Achilles, der verkehrspolitische Sprecher der Aachener Piraten.
Die Piraten fordern deshalb die ASEAG auf, eine eindeutige Stellungnahme zur Benutzung des E-Tickets abzugeben, um die unpräzise Sachlage für die betroffenen Kunden und Kundinnen zu klären. Außerdem versteht es sich von selbst, dass ein “die Anderen machen es doch auch so” in keinem Fall die Erlaubnis für einen Rechtsbruch sein kann.