Ein Beitrag von Michael Sahm

Bericht Schulausschuss Aachen, 22.02.2018

Am 22.02.2018 tagte der erste Schulausschuss in Aachen für dieses Jahr. Die Tagesordnung versprach eher weniger Aufreger. Hier ist mein Bericht.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da, Publikum auch; beides in erstaunlicher Menge. Ich bin auf die Berichterstattung gespannt.


Kommunalinvestionsförderungsgesetz Kapitel 2, hier: vorgesehene Maßnahmen – B 03/0104/WP17

Die Stadt Aachen hat im Nachschlag des KInvGedöns mehr als 13 Mio Euro Fördergelder zusätzlich bewilligt bekommen.

Investitionsprojekte gäbe es genug, doch mit zweien (Schulzentrum Laurensberg, Inda Gymnasium) wäre der Förderbetrag bereits überschritten. Die Verwaltung hofft und plant, dass eine zukünftige Bundesregierung sich an den Kosten für Schulinfrastruktur beteiligen wird (Stichwort ist hier „Aufhebung des Kooperationsverbots“).

Jetzt kann es vermutlich sein, dass diese zusätzlichen Kosten aus dem städtischen Haushalt zu begleichen sind, falls sich nicht noch andere Fördertöpfe dafür finden lassen. Falls nicht, dürfte es schwierig sein, sich diese Gelder wieder reinzufördern.

Das Inda-Gymnasium soll auf den „Aachener Energie-Standard“ gebracht werden. Meine Frage, welche Betriebskosteneinsparungen wir dann im Laufe eines Jahres zu erwarten haben, ist leider etwas untergegangen. Der aktuelle Energieausweis des Inda-Gymnasiums steht übrigens hier online. Wer wissen will, wie sich der Energieausweis nach der Sanierung geändert hat, sollte sich den aktuellen Ausweis archivieren.

Die Energieverbrauchsübersicht aller städtischen Gebäude findet sich übrigens hier. Schick.

Außerdem sehr(!) bemerkenswert: In der Vorlage (und in allen weiteren Vorlagen, die sich auf ähnliche Baumaßnahmen beziehen) steht die Formulierung, dass diese zeitkritischen Baumaßnahmen „im Gesamtsystem nur funktionieren, wenn alle intern Handelnden und externen Auftragnehmer ungewöhnlich gut zusammenwirken.“ Ich habe angemerkt, dass das doch impliziert, dass die Verwaltung mit Problemen rechnet und ob es einen Plan B gibt. Gibt es nicht. Sportlich.

Die Planung selber scheint aber durch die einzelnen Bauphasen sehr umsichtig zu sein. Wir werden sehen.

Ich habe dem erweiterten Beschluss zugestimmt, den wir um die Vergabe der eventuellen Restmittel an andere Schulen (und explizit auch die Privatschulen) ergänzt haben. Ganz ehrlich: Es wird keine Restmittel geben. Die Beschlusserweiterung ist ein Schaulauf gewesen, um zumindest den guten Willen Richtung privater Schulträger zu zeigen.


Energetische Hüllsanierung Einhard-Gymnasium, Hier: Bauzeitenplan und Umfang – FB 45/0442/WP17

Dieser Punkt blitzte ganz kurz auf der letzten Tagesordnung im Dezember 2017 auf. Und wie vermutet: Zack, da isser wieder. 😉

Der Vorlage habe ich so zugestimmt, damit wir mit dem Einhard-Gymnasium endlich beginnen können. Schon während der Diskussionen zu „Gute Schule 2020“ haben wir das Einhard immer wieder ausgenommen, „weil da ja irgendwann noch Geld kommt“.

Auch hier war in der Vorlage die Anmerkung mit „ungewöhnlich gut zusammenarbeiten“ zu lesen. In diesem Fall wären Verzögerungen aber etwas ärgerlicher, weil die VHS da noch mit dranhängt (siehe nächsten TOP).


Nutzung des ehemaligen Studienseminargebäudes Malmedyerstraße 61-63 „Haus am See“ durch das Einhard-Gymnasium – FB 45/0460/WP17

Dieser Tagesordnungspunkt ist die Folge vom vorherigen TOP. Das Einhard benötigt die Räume in der Malmedyer Straße als Ausweichquartier, die VHS ist zwar einverstanden, merkt aber an, dass sie zwingend nach der Zwischenlösung mit der Franzstraße eine tragbare Unterbringung benötigt.

Den Beschluss haben wir ergänzt: Wir haben der Verwaltung mit auf den Weg gegeben, dass sie eine dauerhafte Lösung für die zentrumsnahe Unterbringung der VHS erarbeitet.

Zum Hintergrund: Es ist im Zuge des Wechsels von G8 nach G9 absehbar, dass das Einhard Gymnasium das „Haus am See“ vermutlich aus Platzgründen auch weiterhin nutzen wird/möchte. Insofern müssen wir uns um die neue VHS-Unterbringung kümmern.


Sachstandsbericht Medienkonzepte der Aachener Schulen – FB 45/0459/WP17

Yo, mein Thema! Auf Antrag der Grünen haben wir einen Sachstand zu den Medienkonzepten der Schulen erhalten.

Die Leiterin des Medienzentrums gab einen Überblick über den Status der Medienkonzepte und über die Philosophie dahinter aus Sicht des Medienzentrums. Das klang alles schon sehr rund.

Sehr sexy finde ich, dass die Vorlage den Aufbau eines Maker Space erwähnt. Das wäre wohl der erste kommunale Maker Space in Deutschland. 😉

Allerdings lässt sich das Konzept eines Maker Space (von Bürgern für Bürger) nicht unmittelbar mit der Aufgabe des Medienzentrums (Fortbildung von Pädagogen) verbinden. Insofern geht die Planung jetzt eher in Richtung „LearnLab“, einem Konzept aus Wuppertal, über das ich noch nichts im Netz gefunden habe. Ich bin sehr gespannt.

Falls jemand sich übrigens für Maker Spaces in seiner Umgebung interessiert: Bitte schön. Ich hoffe, dass sich LearnLab und regionale Maker Spaces sinnvoll ergänzen.

Es gab einige Nachfragen. Wann ist zB. das Medienkonzept einer Schule fertig, so dass die Schule auch die notwendige Hardware bekommt? Brauchen wir eine Priorisierung der Medienkonzepte von Sek I nach Grundschule?

Die Erwartungshaltung der Politik (also die der anderen Parteien) scheint mir zu sein, dass man mit einer Medienplanung und fertigen Medienkonzepten sofort von 0 auf 100 loslegen könne mit der digitalen Bildung. Ich habe versucht, da etwas Erdung reinzubekommen. Für sooo agil halte ich die Schulen nicht, als dass sie ungeduldig mit den Füßen scharren und – Zack – von einem Moment auf den anderen digitalen Unterricht machen, wenn nur schon der erste Beamer an der Decke hinge. Das wird noch ein gerüttelt Maß an Zeit benötigen, bis die Pädagogen das in der Fläche und Tiefe umsetzen.

Insofern sollten wir uns und vor allem das Medienzentrum nicht unnötig mit einer überhöhten Erwartungshaltung stressen. Solange wir den Status und die Entwicklung im Blick haben, ist in meinen Augen alles gut. Natürlich müssen wir schauen, dass nach Anschaffung und Installation der Technik nicht zuviel Zeit bis zum Einsatz vergeht, sonst arbeiten die Lehrkräfte wieder mit veralteter Technik.

Ich bin sehr neugierig, wie sich das alles entwickelt. Den Ausführungen habe ich natürlich zugestimmt.


Schulschließung bei Unwetterereignissen

Ein heißes Thema, für das ich in diesem Zusammenhang tatsächlich nur bedingt Verständnis aufbringe. Dazu blogge ich noch separat und zeitnah, weil das den Rahmen dieses Berichts sprengen würde.

Die Ausführungen der Feuerwehrleitung und der Verwaltung waren nachvollziehbar. Die Analyse der Kommunikationsprobleme fand ich schlüssig. Die Zusage, dass es beim nächsten Mal besser läuft mit der Kommunikation, nehme ich mal so hin. Warten wir ab, was beim nächsten Sturm passiert.

Wichtig für mich an dieser Stelle: Ich wollte wissen, ob der Entscheiderkreis diese Erfahrungen auch für Gefahrenlagen nutzen, bei denen sie vorher keine 24 Stunden Zeit für einen Beschluss haben; Tihange, wissenschon. Das hat mir Herr Wolff von der Feuerwehr wortreich bestätigt. Wir werden sehen. Oder eben hoffentlich nicht.

Bemerkenswert fand ich, dass der Leiter der Feuerwehr den aktuellen Stand der Notfallplanungen auf Schul- bzw. Bürgerebene eher als ausbaufähig ansieht. Da wartet offensichtlich Arbeit auf uns.

Alles weitere dazu im angekündigten Extrabeitrag.


Quartalsberichterstattung: Programm „Gute Schule 2020“- FB 45/0462/WP17

Das Problem: Weil das Förderprojekt „Gute Schule 2020“ gleichzeitig bei allen NRW-Kommunen startet, steigen auf Grund der hohen Nachfrage die Preise für Dienstleistung und Material… wäre doch mal schön, wenn man frühzeitig Trends erkennt und selber vor dem großen Hype die günstigeren Preise abgreift. Leider habe ich keine einfache Lösung parat… evtl. auf Landesebene einfach zeitlich und regional mal etwas breiter streuen?

In der Vorlage steht unter anderem das hier (Abschnitt 6: Risikodarstellung, vorletzter Absatz):

Derzeit wird geprüft, ob es für den Bereich der Digitalisierung sinnvoll ist, Tätigkeiten an externe Dienstleister zu vergeben. Dieses Gebiet ist sehr fachspezifisch und komplex, so dass Fachfirmen mit ausreichend Mitarbeitern und der vorhandenen Fachkompetenz Maßnahmen möglicherweise schneller umsetzen und damit die Personalsituation in den betroffenen Bereichen der Verwaltung entlasten könnten. Allerdings ist der Markt auf diesem Gebiet sehr eng.

Meine Frage, wer denn da wen ersetzen oder unterstützen soll, wurde nicht beantwortet. Ganz im Gegenteil: Das Gebäudemanagement (E26) ist der Meinung (auch auf Nachfrage), man hätte alles im Griff und eine Vergabe an externe Dienstleister sei gar nicht notwendig. Und ich so: Hä? Dann ist die Vorlage falsch… Noch konfuser wurde es, als mir die Schulverwaltung sagte, dass es mit der Vorlage dann doch so richtig wäre und das auch so in die SubAG „Digitalisierung“ gegeben wurde.

Ich habe nach der Sitzung darum gebeten, das in der kommenden Quartalsberichterstattung „Gute Schule 2020“ klarzustellen. Ggf. werde ich das kurz vorher bei der Verwaltung auch nochens eintüten, falls die nächste Vorlage darauf nicht eingeht.

Dem Beschluss selber habe ich so zugestimmt.


Mitteilungen der Verwaltung

Die Verwaltung beglückwünschte den anwesenden Schulleiter des St. Leonhard Gymnasiums für den ersten Preis des Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis„. Ich hatte schon in meinem letzten Newsletter darauf hingewiesen.

Die anderen Punkte habe ich nicht mitbekommen, weil ich mit Herrn Schmidt vom E26 vor der Tür die Frage nach den externen Dienstleistern klären wollte.


Anmerkungen und Fragen zum Ausschuss bitte gerne als Kommentar.

Der nächste Schulausschuss findet am 20.03.2018 statt, dann wieder zusammen mit dem Kinder- und Jugendausschuss (vermutlich im Ratssaal).