Im Rahmen der Civitas Initiative der Energieagentur NRW, der Stadt Aachen und Solingen wurde eine dreitägige Studienreise zum Thema “e-Busse”organisiert. Die Reise begann am 07.09.2014 um 07:30 am HBF in Aachen. Wir sind mit knapp 30 Leuten mit dem ICE nach Berlin gefahren. Gegen 14:00 erreichten wir Berlin und haben unser Hotel aufgesucht.

OberleitungsbusOberleitungsbus

Am nächsten Tag ging es dann nach Eberswalde, was ungefähr eine Stunde nordöstlich von Berlin liegt. Eberswalde benutzt schon seit längerer Zeit Elektrobusse mit Oberleitungen und die Stadtverwaltung war so freundlich einen Infotag zu organisieren. Vor Ort ging es hauptsächlich um das Thema e-Busse mit Oberleitung. Die Stadt verfügt aktuell über zwölf Oberleitungsbusse und rund 100 Dieselbusse. Oberleitungsbusse sind auf ein Netzwerk von Oberleitungen angewiesen, um so die Batterien wieder aufzuladen. Ein Oberleitungsnetz war bereits vorhanden, so dass man lediglich Busse anschaffen. Die Oberleitungsbusse werden lediglich in der Betriebszeit aufgeladen. Zudem verfügen sie über sogenannte „Supercaps“, was bedeutet, dass der Bus beim Bremsen die Bremsenergie wieder in die Batterie speist. Die Oberleitungen haben eine Höhe von über fünf Metern und sind somit kein Problem für LKW-Verkehr. Ein genereller Faktor bei den Elektrobussen ist die Reichweite. Ein zwölf Meter langer Elektrobusse mit einer 80kWh Batterie, welche 960 kg wiegt, kann ca. 60 km weit fahren. Ein Elektrobuss mit einer 185kWh, welche fast drei Tonnen wiegt, kann ca. 185 Kilometer weit fahren. Allerdings kann dieser auch 25 Personen weniger transportieren. Je größer die Reichweite, desto größer die Batterie und desto kleiner die Anzahl der Passagiere. Die Vorteile eines Elektrobusses gegenüber eines Dieselbusses sind die geringeren Unterhaltskosten. Die Anschaffung wird von der EU und vom Bund gefördert. Sie sind umweltfreundlicher und schneller wegen einer besseren Beschleunigung und besserem Bremsverhalten.
Ein weiterer Faktor ist die geringere Lärmbelästigung eines Elektrobusses.

Aufladprozess bei einer induktiven LadestationAufladprozess bei einer induktiven Ladestation
induktive Aufladestationinduktive Aufladestation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am zweiten Tag begab sich die Delegation nach Braunschweig. Braunschweig verfügt über eine Stadtbahn, also auch über ein Oberleitungsnetz. Trotzdem hat man sich dort entschieden induktive Elektrobusse einzusetzen. Induktive Elektrobusse benötigen eine im Boden installierte Aufladestation, welche von unten die Batterie am Elektrobusse auflädt. Eine solche Ladestation kostet knapp 50.000€ plus Installationskosten.  Aktuell gibt es eine iduktive Buslinie. Es wurde darauf geachtet, dass längere Ladezeiten von sechs Minuten am Start und am Endpunkt durchgeführt werden. Auf der Route gibt es ebenfalls Ladestationen, die jedoch nur einen Ladevorgang von 30 Sekunden durchführen – an gewissen Haltestellen. Mit diesen Ladezyklen ist es dem Elektrobus möglich, die komplette Strecke zu fahren. (Meinst du hin und zurück?) Die Ladezyklen sind für die Lebensdauer der Batterie wichtig.
Die Kosten von Elektrobussen sind anfänglich höher als die Investitionen gegenüber eines Dieselbusses . Durch die geringeren Unterhaltskosten neutralisiert sich nach 18 Jahren der Unterschied zu den Kosten eines Dieselbusses.

Doch was bedeutet das nun für Aachen?
Nach dem Aus der Campusbahn steht die Stadt Aachen vor einer großen Aufgabe. Welches Konzept passt zu der Stadt? Was möchten die Bürgerinnen und Bürger? Es wurde viel diskutiert, wie eine Konfrontation mit den Bürgern verhindern werden kann, um ein Szenario wie bei der Campusbahn zu verhindern. Meiner Meinung nach muss sofort mit den Bürgern in den Dialog getreten werden, um proaktiv auf Stimmungen zu reagieren und zu informieren.
In einem ersten Schritt wird vermutlich ein Verkehrscluster von Aachen erstellt, um zu schauen, wo welche Schritte möglich sind. Interessant wird auch noch die Frage werden, wie das prognostizierte Verkehrschaos bekämpft werden soll, was damals ein kräftiges Argument für die Campusbahn war. Elektrobusse sind zwar gut, was Emissionen und Lärm angeht, doch werden sie auch nicht mehr Menschen transportieren können als Dieselbusse.