Ein Beitrag von Margret Vallot:

Lokalpolitik für alle

Kommunalpolitik wird in der kommenden Woche in sieben Sitzungen gemacht. Sechs davon finden am Mittwoch, 1. Februar, statt. Ich bin neuerdings für die Piratenpartei Mitglied im Bürgerforum, das am Dienstag, 31. Januar, ab 17 Uhr im Rathaus über die Bühne geht. Ich habe mir vorgenommen, eine Art Anwältin der Menschen zu sein, nicht vorrangig der Politik oder der Verwaltung.

Das Bürgerforum soll – wie der Name schon sagt – ein Forum für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger sein. De facto sitzen dort die Politiker*innen mit einem oder zwei Herren von der Verwaltung und behandeln Themen, die sie sich meist selbst gegeben haben. Von „Forum“ keine Spur. Von „Bürgern“ ist auch kaum was zu sehen. Leere Stuhlreihen prägen das Bild.

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Zwei Themen sind aktuell im Bürgerforum von Bedeutung. Das erste lautet „Verbot der Nutzung von Pferden im Aachener Rosenmontagszug und in allen Aachener Karnevalszügen“.

Initiativen aus Köln, dabei ein Verein mit dem Namen „Rheinvegan“, meinen, sich in Aachener Belange einmischen zu müssen und schildern in der Vorlage seitenlang, wie die Pferde leiden. Komisch, dass mir das noch nie aufgefallen ist. Dem zuständigen Veterinär, der die Tiere Jahr für Jahr untersuchte, auch Blutproben nahm, ist ebenfalls Tierquälerei nicht aufgefallen. Wohl aber natürlich den Kölnern.

Mir ist durchaus nicht entgangen, dass wir in Europa neuerdings ein neues  Verhältnis zu Tieren entwickeln, und das begrüße ich. Man möchte sich nicht mehr amüsieren auf Kosten von Tieren. Diese werden als verwandte Kreatur betrachtet, und das ist richtig und gut. Nur: Schweine, Kühe, Hühner, Puter, Enten, Gänse, Bienen . . . derlei Tiere werden weiter bis hin zur fabrikmäßigen Tötung gequält, dass es einem die Tränen und die Augen treibt. Auch Hunde werden „aus lauter Liebe“ vollgestopft, bis sie kaum noch gehen können. Aber die Pferde . . .

Mein Eindruck ist, dass diese Tiere zu den wenigen gehören, die bis auf seltene Stress-Aktionen „human“ behandelt werden. Quälereien werden stets angeprangert und bringen dann die Öffentlichkeit auf die Palme. Pferde und Esel haben jahrhundertelang Wagen durch die Städte gezogen und Menschen transportiert, das passte. Traditionell gehören Pferde natürlich auch zum Rosenmontagszug. Damit soll jetzt Schluss sein.

Die Kölner sind mit ihrem Ansinnen schon in Köln gescheitert, mal sehen, was sie in Aachen bewirken können.

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Das zweite Thema von übergreifender Bedeutung ist der Antrag einer Bürgerin, die aus Mangel an Platz in ihrem Viertel ( in Aachens Osten) ihr Auto nicht mehr abstellen kann. Und sie spricht nicht für sich allein.

Das habe ich auch erlebt, dass man 30 Minuten durchs Viertel kurvt, keinen Platz findet, die Karre dann weit außerhalb abstellen muss und eine halbe Stunde zu Fuss nach Hause gehen darf.

Die Stadtverwaltung meinte noch in der November-Sitzung, es seien deshalb so wenig Anwohnerpark-Zonen eingerichtet, weil an dem Thema insgesamt nur ein einziger Mitarbeiter arbeiten würde. Da ginge es eben nur sehr langsam voran, obwohl bereits Bürger in mindestens acht Wohnbereichen enorme Parkprobleme haben.

So heißt es in der aktuellen Vorlage der Verwaltung, Anwohnerparken in Ost 1 werde es frühestens in sieben Jahren geben. Andere seien vorher dran, da sei die Situation ebenfalls dramatisch. Wie man Leuten, die in einer Vollkatastrophe hängen, sagen kann „in sieben Jahren lösen wir euer Problem“ das ist mir ein Rätsel. Das muss doch möglich sein, da für 2 Jahre mal 2 weitere Mitarbeiter dran zu setzen.

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Was diese Woche noch ansteht, sind z. B. Sitzungen der Bezirksvertretungen in Brand, Laurensberg, Eilendorf und Richterich. Dort sind die Probleme nicht von übergreifender Natur. Ich spare mir die Darstellung.

 

By uebergangshymne