Ein Beitrag von Margret Vallot

Platz satt, er wird nur nicht bebaut

Am Hohenzollernplatz: Auf diesem stadtnahen Grundstück wird, trotz wachsender Wohnungsnot in Aachen, seit über 20 Jahren nicht gebaut. Warum eigentlich nicht?

Die Stadtverwaltung ist händeringend auf der Suche nach Grund und Boden in Aachen, auf dem sich Wohnungsbau realisieren lässt. Mindestens ein derartiges Gelände gibt es, doch das ist seit Jahren im Besitz von Personen, die es liegen lassen, ohne es zu bebauen. Kommunalpolitiker im Planungsausschuss deuteten jüngst an, dass sie es mit einem Fall von Spekulation zu tun haben.

Die Rede ist vom – früher – Wertz-Gelände genannten Areal an der Stolberger Straße, 8000 Quadratmeter groß. Es bietet Platz für schätzungsweise fast 400 Wohnungen. Es gehört der Aachener Immobiliengesellschaft, in der Gerd Sauren den Ton angibt.

Diese Gesellschaft ist außerdem in der Alfonsstraße aktiv, ihr gehören zudem die heruntergekommenen Häuser in der unteren Adalbertstraße gegenüber vom Aquis Plaza, die schon lange unbewohnt sind. Und ihr gehört auch das Areal am Hohenzollernplatz – Stolberger Straße/Ecke Joseph-von-Görres-Straße –  Abbildung siehe oben. Vor Jahren wurden dort Reste eines Bunkers entfernt. Da hieß es zwar öfters: Das Gelände wurde verkauft, mit dem Bau von Wohnungen wird in absehbarer Zeit begonnen. Was aber wirklich geschah, war platterdings: nichts. Soweit mir bekannt ist, liegt der Stadtverwaltung auch derzeit kein Bauantrag vor.

Die Aachener Stadtverwaltung samt Politik können niemanden zwingen, sein Grundstück dem Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Und so können wir davon ausgehen, dass Sauren wartet, bis seiner Meinung nach die Wohnungsnot ihren Höhepunkt erreicht hat, um dann gut Kasse zu machen. Indem er das Grundstück zu einem Preis verkauft, der weit über dem liegt, für den er es einmal erworben hat. Ein klarer Fall von „Geld verdienen durch Nichtstun“.